„Eistee – selbst gemacht! Weniger Zucker, 100 % Natur. Die besten Rezepte für vollen Frucht- und Kräutergeschmack“

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»Die Hitze des Sommers weckt in uns den Wunsch nach eiskalten Getränken […]. Gekaufte Getränke sind da oft viel zu süß […]. Es geht auch anders – ganz natürlich und ganz einfach!  Machen Sie Ihren Eistee selbst.«

Originalausgabe – VerlagBassermann (13. April 2020) – Genre: Kochbuch/Sachbuch – Format: Hardcover – Buchlänge: 80 Seiten – Preis: 7,99 € – ISBN: 978-3-8094-4208-0 – Erhältlich beiBassermann*Rezensionsexemplar

Der Spitzenreiter der Erfrischungsgetränke

„Viel trinken!“ heißt die Devise – und im Sommer schmeckt Eistee am besten. Nicht so knallesüß wie die gekauften Produkte, sondern leicht oder gar nicht gezuckert, dafür voller Frucht- und Kräutergeschmack. Eistee selber zu machen ist so einfach und die Vielfalt ist riesig. Entscheiden Sie sich für selbst gemachte Eistees, aus natürlichen Zutaten. Jedes Rezept mit Foto! (Quelle: Bassermann)

Ja, ich gebe es zu, das Buch hatte es nicht einfach mit mir. Schließlich bin ich ein kleiner Zucker-Junkie und ein großer Fan von gesüßten Getränken! Am liebsten Zitroneneistee mit so viel Industriezucker wie möglich, haha. Da das aber bekanntermaßen nicht wirklich gesund ist, konnte dieses Rezeptbuch mein Interesse wecken. Natürliche Rezepte mit weniger Zucker und vollem Geschmack? Gut, da hab ich angebissen.

Das Rezeptbuch ist trotz seines geringen Seitenumfangs mit zahlreichen Eisteerezepten gespickt. Sie sind kategorisiert in „Klassisch einfach“, „Fruchtig-frisch“, „Würzig und exotisch“, „Kräuter- & gemüsefrisch“, „Eistees mit Milch“ und „Eistee mit Alkohol“. Da ist wirklich für jeden was dabei und dafür gibt es den ersten dicken Pluspunkt. Die Rezepte sind super verständlich erklärt, es gibt kompakte Infos zur Menge, Zubereitungszeit, Ziehzeit, Kühlzeit, sowie zu den Zutaten und letztendlich zu der Zubereitung. Auch gibt es für beinah jedes Rezept ein Foto, was mir persönlich immer sehr wichtig ist. Schließlich möchte ich sehen, wofür ich mir für die Zubereitung Zeit nehme – und das Auge isst (in diesem Fall trinkt) auf jeden Fall auch immer mit. Was mir allerdings gefehlt hat, ist eine Kalorien- bzw. Nährwertangabe. Denn bei einigen Rezepten bin ich über den sogenannten Zuckersirup gestolpert. Dieser wird im Verhältnis von 50% Wasser und 50% Zucker hergestellt. Dann kommt beispielsweise noch Honig und frisch gepresste Orangen dazu und schon frage ich mich, ob der Eistee wirklich so viel weniger Zucker hat als mein Industrie-Eistee. Und genau deshalb habe ich mich mal meinen mathematischen Kenntnissen gewidmet und für euch den Zuckergehalt pro Glas ausgerechnet. Bei meinen drei, selbsthergestellten Eistees beträgt der Zuckergehalt 30, 42 und 55 Gramm pro Glas. Laut Rezeptbuch füllt ein Glas 250-300 Milliliter. Schaue ich jetzt auf meinen Industrie-Eistee lese ich vom Etikett ab, dass sich entsprechend des Glasmenge „nur“ 22 Gramm Zucker ab. Okay, jetzt denkt ihr vielleicht alle, dass ich nicht rechnen kann. Aber tatsächlich beinhalten die selbstgemachten Eistees viel mehr Zucker als die fertigen!! Das liegt daran, dass sich Zucker nicht nur im Zuckersirup versteckt, der bei einem Rezept bereits 25 Gramm pro Glas ausmacht, sondern auch noch Zucker im braunen Krümelkandis, im Honig, in den Bio-Orangen, in der Apfelschorle oder auch (wenn im geringen Teil) im Limetten- und Zitronensaft steckt. Wow, das macht gerade selbst mich etwas sprachlos, weil ich echt nicht mit so einem großen Unterschied gerechnet habe. Das Versprechen, dass die Eistees aus dem Rezeptbuch also weniger Zucker beinhalten, stimmt nicht! Das ist echt schade, da ich euch sagen kann, dass gerade die aufwendigeren Rezepte verdammt lecker sind. Ich hab sie als „Nachtisch“ für meine Familie und mich zubereitet und wir waren alle begeistert, wie lecker diese Erfrischungsgetränke sind. Nun weiß ich leider auch zu welchem Preis…

Natürlich müsste man strenggenommen auf die Art des Zuckers achten. Denn nicht jeder Zucker ist gleich. Da gibt es zum Beispiel Traubenzucker, Fruchtzucker, Rohrzucker, Milchzucker und und und. Dementsprechend mag es vielleicht stimmen, dass die selbsthergestellten Eistees entsprechend ihrer natürlichen Inhaltsstoffe eine „bessere“ Zuckerzusammensetzung haben, als die industriell hergestellten. Da ich aber keine Ernährungswissenschaftlerin bin, möchte ich an dieser Stelle keine falschen Informationen weitergeben.

Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, mal etwas Neues auszuprobieren und meine Familie mit leckeren Nachtisch-Eistees verwöhnen zu können. Für „besondere“ Anlässe werde ich sie definitiv nochmal machen, aber als Alltagsgetränk ist es nicht nur zu super aufwendig, sondern mir eben auch zu zuckerlastig. Auch wenn das Rezeptbuch schön und sinnvoll konzipiert ist, halten sie meiner Meinung nach nicht ihr Versprechen, was leider enttäuschend ist.

Leseprobe


*An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Meine Meinung bleibt dennoch stets ehrlich und unverfälscht, versprochen.


 

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