„Nicht weg und nicht da“ von Anne Freytag

»Denk immer daran, Lise, man ist immer nur eine Entscheidung von einem völlig anderen Leben entfernt.«

Originalausgabe – Autorin: Anne Freytag – VerlagHeyne fliegt (19. März 2018) – Genre: Jugendbuch – Empfohlene Altersstufe: ab 14 Jahren – Format: gebundene Ausgabe – Buchlänge: 480 Seiten – Preis: 16,00 € – ISBN: 978-3453271593 – Erhältlich bei*Amazon & Heyne fliegt**Rezensionsexemplar

Anne Freytag hat International Management studiert und als Grafikdesignerin und Desktop-Publisherin gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Erwachsenen- und All-Age-Romanen widmete. Für ihre ersten beiden Jugendbücher wurde die Autorin zwei Mal in Folge für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert – 2017 für „Mein bester letzter Sommer“, 2018 für „Den Mund voll ungesagter Dinge“. Mit „Nicht weg und nicht da“ stellte Anne Freytag auf der Leipziger Buchmesse 2018 ihren dritten All-Age-Roman vor. (Quelle: Heyne fliegt)

Den Anfang kannst du nicht ändern, das Ende schon

Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken … (Quelle: Heyne fliegt)

Diesem Buch liegt eine schwere Thematik zugrunde: Selbstmord. Als Kristopher sich das Leben nimmt, reißt er auch einen Teil von seiner Schwester Luise mit in den Abgrund. Normalerweise ergreifen mich solche Geschichten immer. Ich liebe es, wenn mir traurige Geschichten unter die Haut gehen. Doch hier war das leider nicht der Fall. Nicht weg und nicht da konnte mich irgendwie nicht berühren, emotional einfach nicht zu mir durchdringen, was ich sehr verwunderlich finde. Wie gesagt, normalerweise schlagen solche Themen sofort bei mir an.

Wahrscheinlich hängt dies ein wenig mit dem Schreibstil zusammen. Die Sätze sind kurz, wirken stellenweise abgehackt. Gepaart mit den kurzen Kapiteln habe ich den Text einfach als sehr unverbindlich empfunden. Okay, von Kapiteln kann hier mit 2-3 Seiten auch nicht wirklich die Rede sein. Es handeln sich hierbei eher um einzelne Fragmente, einzelne Szenen aus dem Leben von Luise und Jacob. Es lässt sich prima lesen, keine Frage, und lädt auch zum Weiterlesen ein, aber es hat mir persönlich einfach nicht so gefallen, auch wenn es immer wieder echt schöne Zeilen gibt.

»Vielleicht sind manche Seelen nicht für diesen Ort gemacht. Vielleicht sind sie nur auf der Durchreise und gehören in Wirklichkeit ganz woanders hin.«

Luise und Jacob. Zwei einzigartige Charaktere, die beide ihre Ecken und Kanten haben. Sie sind interessant und es ist spannend ihre Entwicklung zu verfolgen, aber ich konnte mich weder mit ihnen identifizieren, noch mich wirklich in sie reinfühlen. Schade.

Ich finde es echt schade, dass mich die Geschichte so wenig berühren konnte. Für mich waren die Gefühle einfach nicht greifbar. Woran das jetzt genau gelegen hat, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht hatte ich auch einfach aufgrund der vielen sehr guten Bewertungen zu hohe Erwartungen. Am besten ihr schaut mal selbst in die Leseprobe hinein. ♥

Leseprobe


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**An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Meine Meinung bleibt dennoch stets ehrlich und unverfälscht, versprochen.


One Comment

  • Neni

    September 18, 2018 at 4:34 pm

    Liebe Jen,
    man bin ich froh, dass ich die Finger von dem Buch gelassen habe. Dabei wollte ich eigentlich immer mal was von Anne Freytag lesen, traue mich aber nicht.
    Tolle Rezi übrigens 😛
    Viele liebe Grüße
    Neni <3

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