„Vicious Love – Sinners of Saint“ (Band 1) von L. J. Shen

»Es würde passieren. Wir würden uns gegenseitig benutzen. Es wäre ein Fehler epischen Ausmaßes, das war mir klar. Und wie bei jedem schweren Fehler würden die Konsequenzen schmerzhaft sein.«

Originaltitel: Vicious – Autorin: L. J. Shen – VerlagLYX (27. April 2018) – Genre: New Adult – Altersempfehlung: ab 16 Jahren – Format: Paperback – Buchlänge: 439 Seiten – Preis: 12,90 € – ISBN: 978-3736306868 – Erhältlich bei*Amazon / LYX – **Rezensionsexemplar

L. J. Shen lebt mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht gerade an ihrem neuesten Roman schreibt, genießt sie gern ein gutes Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf Netflix. (Quelle: LYX)

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron „Vicious“ Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.
Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten …  (Quelle: LYX)

»Man sagt, dass Liebe und Hass ein und dasselbe Gefühl sind, nur unter verschiedenen Vorzeichen erlebt. Bei beiden empfindet man Leidenschaft. Und Schmerz.«

Dieses Buch spiegelt eine leidenschaftliche Hassliebe wunderbar wider. Facettenreich, in einer wilden Achterbahnfahrt der Gefühle geht es turbulent in diesem Romane auf und ab. Hierbei steht man nicht als stiller Zuschauer in der Ecke und beobachtet das Geschehen, sondern wird direkt in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten geworfen. An einigen Stellen hätte ich es am liebst aus dem Fenster geworfen, an anderen wiederum es lieber liebevoll in die Arme genommen.

Die Geschichte erzählt vom Leben der Charaktere Emilia und Vicious, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Emilia ein sehr tugendhafter, mitfühlender und ausdrucksstarker Mensch ist, zeigt sich in Vicious das Teuflische in Person. Sie, eine ärmliches Mädchen aus einer Dienstbotenfamilie. Er, ein stinkreicher Typ, dem keine Grenzen gesetzt sind. Die Konstellation ist natürlich sehr klischeehaft genauso wie die Tatsache, dass der Bad Boy wie ein »Meisterwerk der Natur« aussieht, während sie keineswegs mit den Laufstegmodels mithalten kann. ^^ Doch die starken Klischees sind für mich die einzigen Kritikpunkte an dem Buch, wobei ich sie angesichts des Genres nicht unpassend finde. Nur halt etwas übertrieben.

Ansonsten ist das Buch ein wahrlicher Lesegenuss. Die Geschichte wird aus Emilias und Vicious‘ Perspektive geschildert, wobei auch noch einige Zeitsprünge in die Vergangenheit vor 10 Jahren gemacht werden. Dies alles verleiht den Charakteren eine tolle Tiefe. Der Blick in die Vergangenheit ermöglicht es dem Leser zu verstehen zu geben, was zwischen den Charakteren vorgefallen ist und was ihre individuellen Persönlichkeiten letztendlich geformt hat. Ich persönlich liebe solche Rückblicke, denn ich finde Charakterentwicklungen und ihre Ursprünge meistens sehr interessant.

Das Buch lässt sich prima lesen und hat einen tollen, aber auch vulgären Sprachstil. Ich fand ihn passend und keinesfalls too much. Meiner Meinung nach bringt er ordentlich Pepp in die Dialoge und spiegelt das feurige Verlangen wider. In dieser Geschichte knistert es gewaltig und bringt einen ordentlich auf Tour. Die Erotikdarstellungen sind gelungen, nicht zu wenig und nicht zu viel, weder zu lasch noch zu lachhaft.

»Er war Gift und würde alles Schöne in meinem Leben zerstören, wenn ich es zuließe. Er war der Sturm, der meine Kirschblüten davontrug.«

Trotz des Klischeehaften konnte mich Vicious Love in seinen Bann ziehen. Ich habe die Anziehung zwischen den Charakteren sehr genossen und die große Leidenschaft umso mehr. Ich kann euch den Auftakt weiterempfehlen und bin gespannt, wie es mit den Nebencharakteren in den Folgebänden weitergehen wird. Bisher kann ich mir nämlich nicht vorstellen, dass noch gewaltigere Funken fliegen werden als zwischen Emilia und Vicious. Bleiben wir gespannt!

Leseprobe

Interview mit der Autorin über „Vicious Love“

AUSZUG:

Sie haben „Vicious Love“ aus wechselnder Ich-Perspektive geschrieben, mal erzählt Emilia, mal Vicious. Wie Sie seinen so hundertprozentig maskulinen Ton treffen, ist faszinierend. Hatten Sie Hilfe dabei?
Vielen Dank! Ich hatte keine wirkliche Hilfe, aber bevor ich aus der Perspektive eines Charakters schreibe, entwerfe ich seine Persönlichkeit in einem Essay. Dann simuliere ich Dialoge des Charakters mit verschiedenen Personen, um ihn besser kennen zu lernen. Zu jeder Figur lege ich eine Liste mit ca. 5000 Stichworten an, die das äußere Erscheinungsbild, ihren Charakter und auch die Lieblingsband der Figur beschreiben. Das hilft mir wirklich sehr dabei, die Stimme der Figur zu „hören“. Jeder Charakter hat eine andere Stimme. Mein Ziel ist es, dass meine LeserInnen mein Buch auf einer beliebigen Seite aufschlagen und sofort zuordnen können, wer spricht. Das verstehe ich unter guter Schreibarbeit.

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**An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Meine Meinung bleibt dennoch stets ehrlich und unverfälscht, versprochen.


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