„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

»Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind, dachte ich. Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.«

Originalausgabe – Autor: Benedict Wells – VerlagDiogenes (01. Oktober 2018) – Gerne: Gegenwartsliteratur – Format: Taschenbuch – Buchlänge: 368 Seiten – Preis: 13,00 € – ISBN: 978-3257244441 – Erhältlich bei*AmazonDiogenes

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur zog er nach Berlin und widmete sich dem Schreiben, seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vierter Roman ›Vom Ende der Einsamkeit‹ stand mehr als anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste, er wurde u.a. mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet und bislang in 34 Sprachen übersetzt. Wells lebt in Berlin und Bayern. (Quelle: Diogenes)

Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte. (Quelle: Diogenes)

Nach Paulo Coelhos Veronika beschließt zu sterben durfte nun auch ein zweites Büchlein aus dem Diogenes Verlag bei mir einziehen. Vom Ende der Einsamkeit wurde mir ebenfalls mehrfach empfohlen, weshalb ich auch diesem Buch eine Chance geben wollte. Ich taste mich gerade noch recht langsam an die Gegenwartsliteratur heran, doch diese Geschichte hat mich mehr als überwältigt.

Der Umgang mit Verlusten steht im Mittelpunkt des Geschehens. Die tragische Zerrüttung einer Familie mündet darin, dass die drei Kinder fortan als Waisen leben müssen. Die Beziehung der Geschwister wird auf eine harte Probe gestellt, gemeinsam und für sich selbst müssen sie einen Weg finden mit dem Tod umzugehen. Welche nachhaltigen Folgen die Vergangenheit auf die Zukunft haben kann, zeigt die Geschichte wunderbar. Es ist authentisch, ergreifend und melancholisch. Viele schwermütige Emotionen werden hier vermischt, eine leichte Kost ist dieses Buch dementsprechend nicht.

Vom Ende der Einsamkeit regt zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Lebens an. Es ist faszinierend, wie einzelne Entscheidungen das Leben beeinflussen können und wie sich alte Muster immer wieder zu wiederholen scheinen. Ein Buch über das Leben, welches spannender nicht sein könnte.

»Wir blickten einander an, im Gefühl, dass wir alles gesagt hatten, außer den Dingen, die wir unbedingt verschweigen wollten.«

Die Geschichte vermittelt einem das Gefühl, dass man nach dem Lesen erstmal eine Woche Urlaub bräuchte, um das Gelesene und die darin erhaltenen Gedankengänge zu verarbeiten. Ich finde es klasse, wenn mir Literatur derartig unter die Haut geht, weshalb es hier auch meinerseits eine Leseempfehlung gibt. ♥

Leseprobe

Interview zum Buch:

»Für mich persönlich das wichtigste Buch, das ich bisher geschrieben habe.« 

https://www.diogenes.ch/leser/blog/2016/2/benedict-wells-vom-ende-der-einsamkeit.html


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